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 Skizze 1
Skizze1

 Skizze 2
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Altrheinfahrten

Einige Mitglieder der Fischerzunft Altenheim machen, sofern der Wasserstand und unsere Zeit dies zuläßt, in den Poldern von Altenheim sogenannte “Altrheinfahrten” durch die Rheinauen. In so einem Fischernachen haben 8-10 Personen Platz, wobei durch den teilweise sehr niedrigen Wasserstand i.d R. lediglich 8 Personen mitgenommen werden können. Der Bootsführer steht dabei am Bootsende und stößt sich mit dem ca. 2 Meter langen “Riemen” am Boden ab (ähnlich wie die Gondoliere in Venedig) oder bei größerer Tiefe wird gerudert. Die ca. 6-8 km lange  Fahrt flußabwärts dauert ca. 1,5 bis 2 Stunden. Zu Großvaters Zeiten waren die Nachen etwas kleiner und wendiger (dafür aber wackliger), da die Boote ausschließlich zum Fischfang mit Wartluff (Reusen), Zipfelberne (großer Kescher) und Netz benutzt wurden. Dabei wurden wir schon oft gefragt wie man denn so einen Fischernachen baut. Nachfolgend habe ich den Bau unseres letzten Nachens dokumentiert.
Je nach Tages- und Jahreszeit sind hier die unterschiedlichsten Tier- und Pflanzenarten zu sehen. Neben Schwänen, Enten, Haubentauchern und Pfaffen (Bläßhühner) kann man Eisvögel, Fischreiher und die von uns Fischern gehaßten Kormorane sehen. Neben der häufig anzutreffenden Bisamratte gibt es auch die selteneren Nutria in dieser Gegend. Mit viel Glück kann man Wildschweine sehen, die gerade den
Altrhein überqueren. Deren Spuren im Schlamm sind unverkennbar. An Fischen kann man sehr häufig Schwärme von Nasen und Brachsen sehen, es gibt aber auch Hecht, Aal, Zander, Barben, Hasel und Rotaugen. Allerdings ist die Fischmenge in den letzten 15-20 Jahren von Jahr zu Jahr weniger geworden, obwohl das Rheinwasser im sauberer wird. Der Fischrückgang ist dem Fischräuber Kormoran zu verdanken, der nach dem Winter nur noch wenige Jungfische übrigläßt und trotz seines hohen Bestandes immer noch nicht bejagt werden darf. Im Fischerotterzentrum Hunawihr im Elsaß kann man die Jagdtechnik dieses und anderer Fischräuber in einem großen Aquarium sehr gut beobachten.

Sollte jemand Interesse an einer Altrheinfahrt haben, kann er mir gerne eine mail für weitere Auskünfte schicken. 

Weitere Links über den Taubergießen, das Integrierte Rhein Programm (Flutung der Rheinauen) und eine Liste mit Begriffserläuterungen rund ums Thema gibt es über meine Linksammlung

Fischernachen

Materialliste:

4

Dielen aus Tannenholz

ca. 6,5-9mtr. lang, ca. 40-50cm breit

ca. 30mm dick

3

Rungen aus Eichenholz

ca. 4-5mtr.

6x7cm

2

Bretter aus Eichenholz

 

ca. 30x80

 

80er Brettnägel

 

 

 

90er Brettnägel

 

 

12

Winkeleisen für Rungen 110°

ca. 6mtr. Flacheisen

Auf versetzte Bohrungen achten

 

mehrere Packungen Tesa-Moll

 

 

 

Bitumenhaltiges Silikon

 

 

 

Oloneum

 

 

Die Dielen müssen mehrere Jahre gelagert worden sein um ein späteres verziehen zu vermeiden.

    1. Zuschneiden der beiden Bodendielen:
    1.1 Die Dielen laut
    Skizze 1 auf der Innenseite mit einer Handkreissäge zuschneiden
    1.1.1 Zuerst die gerade Fläche (siehe
    Bild 1 und Skizze 1)
    1.1.2 Dann die Schräge lt.
    Skizze 1
    1.2 Bodendielen nebeneinanderlegen (
    Bild 5 ). Die Schnittfläche muß absolut gerade sein
    1.2.1 Positionen der Rungen festlegen und anzeichnen. Die Position der vorderen und hinteren Runge ist jeweils 2,0 bis 2,2mtr. von den Enden entfernt. Der Abstand ist abhängig von der Schiffslänge und der Höhe der Bordwand. (höhere Bordwand oder längeres Boot = größerer Abstand der Rungen)
    1.2.1.1 Die Breite an der vorderen Runge ist 2cm mehr als an der hinteren Runge (
    Skizze 2 )
    1.2.1.2 Da die Enden schräg zugeschnitten werden, muß die vordere Breite um jeweils 5cm und die hintere Breite um jeweils 6cm kürzer sein (also im Vergleich zur vorderen Runge insgesamt 7cm weniger)
    1.2.1.3 Zum Anzeichnen der Enden verwendet man am besten eine Schablone, für die Geraden eine Schlagschnur (siehe
    Bild 8 )
    1.2.1.4 Die Dielen außen im Winkel von ca.110° schräg zuschneiden (siehe
    Bild 9)
    1.2.1.5 zwischen die Bodendielen kommt 1cm breit Tesa-Moll auf die gerade geschnittene Fläche

    2 Den Boden mit Schraubzwingen zusammenziehen (siehe Bild 6 )

    3 Zwischen den Rungen werden im Abstand von 50-65cm die Bodenbretter mit Schraubzwingen befestigt
    3.1 der seitliche Abstand sollte ca. 4cm auf jeder Seite betragen, um später ein ungehindertes Abfließen des Wassers zu gewährleisten
    3.2 Die Bretter werden oben abgekantet und mit 80er Brettnägeln (4-Kant) von unten eingeschlagen. Alle Löcher vorbohren. Anschließend werden die Nägel von oben umgeschlagen (siehe
    Bild 7 ).

    4 Rungen befestigen
    4.1 Rungen ebenfalls abkanten und mit 90er Brettnägeln von unten einschlagen und von oben umschlagen
    4.2 Die mittlere Runge sollte auf beiden Seiten oben jeweils 3cm breiter sein als die vordere und hintere Runge, dadurch wird das Boot etwas “bauchig”
    4.3 Winkeleisen mit Spax-Schrauben befestigen ( siehe
    Bild 5) - Achtung: Die Löcher in den Eisen müssen für rechts und links versetzt sein!

    5 Bordwände befestigen
    5.1 seitliche Bordwände mit Schraubzwingen an den Rungen befestigen (siehe
    Bild 5 ), dazu muß der Boden zunächst ca. 1,5-2cm unterlegt werden. Dadurch wird später der Schiffsboden geschont, wenn das Boot verladen wird und dabei über die Erde gezogen werden muß
    5.2 Boden an beiden Enden hochbiegen und Bordwände zusammenziehen (siehe
    Bild 3 ). Dazu muß in Höhe der vorderen bzw. hinteren Runge an der Garagendecke abgestützt werden
    5.2.1 Bordwände mit 80er Brettnägel vernageln - Abstand ca. 10cm
    5.3 vorne und hinten ein Eichenbrett einpassen und vernageln
    5.4 Die überstehenden Rungen (
    Bild 5 ) in Höhe der Bordwand absägen
    5.5 Boot drehen und eine Feder in die Bodennut (
    Bild 2 ) einpassen. Die Nut mit bitumenhaltigem Silikon ausfüllen, Feder hineindrücken und mit U-Nägeln vernageln
    5.6 Die überstehende Bordwand (
    Bild 3 ) absägen
    5.7 Astlöcher ausbohren und verleimen
    5.8 Kanten abhobeln
    5.9 mit Oloneum 2 mal streichen