Die Aalseite
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Wahrheit oder Märchen?

Aalaufstieg in Pisa anno 1667
Aus Pisa wird berichtet, daß dort innerhalb von 5 Stunden etwa 3Millionen Pfund Steigaal im Arno gefangen wurden, was einer Stückzahl von einer halben Milliarde entsprechen würde
Aalaufstieg in Bannyshannon/Irland - Autor unbekannt
In der Nähe eines Wasserfalles war der Fluß getrübt von Millionen kleiner Aale, die fortwährend den nassen Felsen zu erklimmen versuchten und dabei zu Tausenden umkamen; aber ihre feuchten schlüpfrigen Leiber dienten den übrigen als Leiter, um den Weg fortzusetzen. ich sah sie sogar senkrechte Felsen erklimmen; sie wanden sich durch das feuchte Moos oder hielten sich an die Leiber anderer an, die bei dem Versuch den Tod gefunden hatten. Ihre Ausdauer war so groß, daß sie noch in ungeheuren Mengen ihren Weg bis zum see Arno erzwangen
Aalaufstieg in der Elbe Ende Juni (Ehlers)
... es ergab sich daß der dunkle Steifen von einer Unmenge kleiner Aale gebildet wurde, welche dicht an der Oberfläche des Flusses stromaufwärts zogen und sich dabei stets so nahe und unmittelbar am Ufer hielten, daß sie alle Krümmungen und Ausbuchtungen einhielten. Die Breite des Streifens mochte etwa 30cm betragen, die Mächtigkeit nach unten, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. So dicht gedrängt aber schwammen die jungen Aale, daß man bei jedem Zuge, welche man mit einem Gefäß durch das Wasser tat, eine namhafte Menge der Fische erhielt und diese für die Anwohner der Elbe insofern lästig wurden, als letztere, solange der Fischzug dauerte, kein wasser aus der Elbe schöpfen konnten, welches nicht mit kleinen Fischen angefüllt gewesen wäre. Der Zug dauerte ununterbrochen den ganzen Tag und setzte sich auch am folgenden fort; am Morgen des dritten Tages war aber nirgends mehr einer der jungen Aale zu sehen.
Der Aal ein Aasfresser?
Immer wieder hören und lesen wir Berichte, daß Aale selbst menschliche Leichen nicht verschmähen. Obwohl der Nachweis noch aussteht, werden solche Geschichten immer wieder erzählt. Es kann zwar vorkommen, daß Aale aus Körperöffnungen von Leichen und Tierkadavern kriechen, aber es wurden noch nie Reste davon in den Därmen der Aale gefunden. Es ist anzunehmen, daß sie lediglich als Versteck dienten, genauso wie alte Autoreifen oder Eimer
Die Legende vom Aal der Erbsen frißt I (Albertus Magnus 1193-1280)
Der Aal soll auch ettwan des nachtsz aus dem wasser schliefen auf dem feldt, da er linsen, erbsen oder bonen gesehet sind (mögliche Erklärung)
Die Legende vom Aal der Erbsen frißt II (Lübecker Schenkwirt Stahr)
...es war im Sommer 1844, als ich mit einem anderen Knecht eines Morgens gegen 3Uhr zum Melken der im Felde weidenden Kühe ging. wir kamen an dem erbsenfeld vorüber und bemerkten in dem teils in blüte, teils in Frucht stehenden Erbsen mehrere Aale. Schnell lief ich nach Hause und benachrichtigte den Knecht, welcher mit dem Pflug längs des Feldes in der Wiese am See 3 Furchen pflügte. wir fingen in den Furchen alsdann eine Menge Aale.(mögliche Erklärung)
Aalblut ist giftig
Aalblut enthält tatsächlich einen Giftstoff, der jedoch beim kochen oder räuchern zerstört wird
Aale haben einen ausgeprägten Geruchssinn
Laborversuche haben erwiesen, daß Aale den Duft von Rosenöl noch wahrnehmen können, wenn man einen Fingerhut voll in der 58-fachen Wassermenge des Bodensees verdünnt. Dies erlaubt es dem Aal auch bei absoluter Dunkelheit seine Beute anzusteuern
Aalvermehrung nach Aristoteles
Aale entstehen weder durch Begattung noch pflanzen sie sich durch Eier fort.; auch ist niemals ein Aal mit Eiern oder Samenflüssigkeit gefangen worden, und an aufgeschnittenen Tieren findet man  innen weder Samengänge noch Eierstöcke; vielmehr entsteht die Sippe von Bluttieren weder durch Begattung noch aus Eiern. Dies ergibt sich daraus, daß in versumpften Seen, wenn alles Wassr ausgeschöpft und der Schlamm abgetrocknet war, die Aale wieder erschienen, sobald sich von neuem Regenwasser darin angesammelt hatte; dagegen werden sie bei trockenem Wetter und in Seen, die stets mit Wasser angefüllt sind, nicht gefunden. Denn sie leben und ernähren sich von Regenwasser. Sie entstehen durch Regenwürmer, die sich von selbst im schlamm und in der feuchten Erde bilden. .........
Aalvermehrung nach Hexenmeister Tackius
Nimm zu beliebiger Zeit 2-3 Aale, koche sie zu Mus, wirf sie in einen pflanzenreichen Teich und innerhalb von 8 Tagen wird eine unzählige Menge Aale darinnen sein.
Aalvermehrung nach Siebold 1863
In seinem Buch “Die Süßwasserfische Europas” heißt es, daß Aale das Produkt eines Generationswechsels zwischen Aalen und Flußgrundeln seien. Den Beweis hierfür glaubte er in den kleinen Eingeweidewürmern der Grundeln, die er für Aale hielt, gefunden zu haben